Ingenieurbüro IFAC - Bruggwaldstrasse 62 B CH 9008 St. Gallen
Die Chronik der Kommunikation ein interessantes Gebiet
Die akustische Übertragung
Die akustische Übertragung waren anfangs einfach Lautäusserungen, die Sprache kam später.
Grössere Reichweiten wurden mit den tiefen Frequenzen einer Trommel erreicht.
Die optische Telegrafie
Rauch- und Feuerzeichen
Rauch- und Feuerzeichen dienten bereits in der Antike und bei den Ureinwohnern Amerikas zur Übermittlung von Nachrichten.
Gemäss dem griechischen Dichter Aischylos wurde der Sieg der Griechen über Troja im Jahre 1184 v. Chr. mit einer Feuerzeichenkette von Troja in das 555 km entfernte Argos übertragen. Es war jedoch nur möglich, wenn zuvor verabredete Botschaften übermittelt wurden.
Botschaften wurden formuliert
Eine frei formulierbare Botschaft zu übertragen beschrieb erstmals der griechische Geschichtsschreiber Polybios. Es standen zwei "Telegrafisten" hinter einer grossen Abdeckung, dabei wurde dem entsprechenden Buchstaben Fackeln an einer bestimmten Position rechts oder links der Abdeckung positioniert.
Die Römer erkannten den Vorteil eines Codes
Die Römer richteten entlang der Grenzen des Imperium Romanum Wachtürme ein, die über Feuerzeichen miteinander nach einem bestimmten "Code" kommunizierten.
Das Fernrohr ermöglichte grössere Reichweiten
Ausgangspunkt einer wirksamen optischen Telegrafie war die Entwicklung des Fernrohrs im Jahre 1609 durch holländische Brillenmacher.
Leonhard Euler einer der bedeutendsten Mathematiker
Wurde 1707 in Basel geboren, veröffentlichte 866 Publikationen. Ein grosser Teil der heutigen mathematischen Symbolik geht auf Leonhard Euler zurück. Bedeutend sind seine Kreiseltheorien, Wellentheorie, optische Linsen, Farbfehler und andere zukunftsweisenden Abhandlungen. Er ist präsent sowohl in der Kommunikation aber auch in kosmologischen Theorien. Seine Untersuchungen zur Zahlentheorie bilden die Grundlage für die digitalen Übertragungen und Verschlüsselungen im Fernseh- und Computerbereich. Ohne die mathematischen Arbeiten und Grundlagen von Leonhard Euler wäre eine Codierung und Decodierung für den Internetbetrieb gar nicht möglich.
Der Franzose Claude Chappe entwickelte als erster einen tauglichen Telegraf
Erst der französichen Techniker Claude Chappe entwickelte in der Zeit der französischen Revolution eine technisch taugliche, optische Telegrafenvorrichtung. Mittels schwenkbaren Signalarmen "Flügeltelegraf oder Seamphor", der je nach Position unterschiedliche Buchstaben übermittelte.
196 verschiedene Zeichen und 2 Minuten für 270 km bereits 1794
Eine Telegrafenstation von 1794
1794 entstand eine neue Zeit der Nachrichtenübermittlung
Jede der beiden Signalarme konnte sieben verschiedene Stellungen einnehmen, die Querbalken noch jeweils 2, das ergab 7 x 2 x 7 x 2 = 196 verschiedene Zeichen. 1794 wurde damit die erste reguläre Telegrafenlinie zwischen Paris und Lille eingereichtet. Die Laufzeit betrug im Jahre 1794 für 270 km mit 22 Semaphorstationen nur 2 Minuten.
Der Semphor ermöglichte 7 x 2 x 7 x 2 = 196 verschiedene Zeichen
Napoleon Bonarparte nutzte den Vorteil der neuen Nachrichtenübertragung
Napoleon Bonaparte nutzte das System, es ermöglichte ihm die bessere Kommunikation zwischen den verschiedenen Truppenteilen als jede andere Armee zu der damaligen Zeit.
In Frankreich entstand die erste flächendeckende Kommunikation
Bis 1845 entstand in Frankreich ein von Paris ausgehendes, flächendeckendes Telegrafennetz.
Die Postgesellschaften erkannten die Kommunikation als Monopol
Das System wurde in vielen europäischen Staaten übernommen und überwiegend von den ansässigen Postgesellschaften betrieben.
Eine neue Technologie beendete die optische Telegrafie
Letztendlich bewirkte die Entwicklung der zuverlässigen und vom Wetter unabhängigen elektromagnetischen Telegrafie den optischen Telegrafendienst sein Ende. Reste der optischen Telegrafen findet man heute noch als Eisenbahnsignale.
Die elektromagnetische Induktion war die Basis der elektrischen Telegrafie
Am 28. August 1831 entdeckte Michel Faraday, englischer Physiker und Chemiker, die elektromagnetische Induktion. Seine Experimente sind die Grundlagen aller zukünftigen elektromagnetischen Technologien, so auch die beeindruckenden Arbeiten von Samuel Morse.
Samuel Finley Breese Morse (1791 - 1872)
1837 entwickelte der amerikanische Maler und Kunstprofessor Samuel Morse den Morsetele-grafen. Er bestand im Prinzip aus einem Ein- schalter "Sender" als Morsetaste, welcher einen Stromkreis über ein weit entferntes Relais als "Empfänger" einschaltete. Das Relais betätigte einen Schreibstift, der die ankommenden Strom- stösse auf einem bewegten Papierstreifen aufzeichnete.
Parallel dazu entwickelte Morse das Morse- alphabet als "Sprache", das bis heute im Nachrichtenverkehr erhalten geblieben ist.
Die Vorgänger von Samuel Morse
1809 konstruierte Thomas von Soemmering inFrankfurt am Main einen Telegrafen, bei dem die Zeichen durch die galvanische Zersetzung des Wassers übertragen wurde.
1833 führten Wilhelm Weber und Friedrich Gaussmit einem elektromagnetischen Telegrafen in Göttingen Versuche durch.
Der entscheidene Durchbruch kam 1837 mit demvon Samuel Morse konstruierten und 1844 nochmals verbesserten Schreibtelegrafen.
Die Errungenschaften von Samuel Morse führten 1866 zum Überseekabel London - New York.1869 wurde die Telegrafenstrecke London - Bombay eröffnet.
Das Morsealphabet war eine Voraussetzung der globalen Telegrafie.
A Alpha . -
B Bravo - . . .
C Charlie - . - .
CH - -
D Delta - . .
E Echo .
F Foxtrott . . - .
G Golf - - .
H Hotel . . . .
I India . .
J Juliet . - - -
K Kilo - . -
L Lima . - . .
M Mike - -
N November - .
O Oscar - - -
P Papa . - - .
Q Quebec - - . -
R Romeo . - .
S Sierra . . .
T Tango -
U Uniform . . -
V Victor . . . -
W Whisky . - -
X X-Ray - . . -
Y Yankee - . - -
Z Zulu - - . .
Ä . - . -
Ö - - - .
Ü . . - -
Die zehn Zahlen bestehen aus genau fünf Strichen oder Punkten
1 . - - - -
2 . . - - -
3 . . . - -
4 . . . . -
5 . . . . .
6 - . . . .
7 - - . . .
8 - - - . .
9 - - - - .
0 - - - - -
Noch heute wird auf See die optische Telegrafie eingesetzt.
Die Erfindung des Telefons
Samuel Finley Morse hat wesentlich zur Erfindung des Telefons beigetragen. Seine Entwicklungen der Systeme zum Morsetelegrafen waren die Grundlagen und die logische Folge von Überlegungen, dass es möglich sein muss, eine Lautsprache in elektrische Signale umzuwandeln und auch zu übertragen.
Die Uberlegungen vom Telegrafen zur Telefonie
Eine Telegrafenstation besteht aus einer Morsetaste und einem Schreibtelegrafen, die gegenüberliegende Telegrafenstation hatte die gleiche Einrichtung. Beide Stationen sind über eine Leitung verbunden. Zur Stromversorgung diente eine Gleichspannungsquelle, welche in Serie geschalten ist und durch die Morsetaste eingeschalten wurde.
Das grosse Problem der Umwandlung
Die Erfindung des Telefons war die Problemlösung, Schallwellen der Lautsprache in elektrische Signale und umgekehrt umzusetzen. Die Arbeitsweise der Telegrafenstation war bekannt und wurde bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Die Morsetaste als Sender sollte die Lautsprache als elektrische Signale umwandeln, und der Telegraf musste die elektrischen Signale als Lautsprache umwandeln, das waren die Überle- gungen und diese mussten gelöst werden.
Viele geschichtlich bekannte Personen haben zur Entwicklung des Telefons bei-getragen - auch solche, welche unbekannterweise hier nicht aufgeführt wurden.
1837 - Charles Grafton Page
1837 entdeckte der Amerikaner Page, dass ein Hufeisenmagnet mittels einer Spule und einem galvanischen Strom in hörbaren Schwingungen versetzt werden kann. Charles Page veröffentlichte in einem Fachblatt einen Artikel über "Die Erzeugung von galvanischer Musik".
1854 - Charles Bourseul (1829 - 1912)
Der Pariser Telegrafenbeamte Charles Bourseul verfasst 1854 ein Referat über Techniken elektrischer Sprachübertragung. Bourseul schlägt eine bewegliche Platte vor, die einen Stromkreis analog der Lautsprache mehr öffnet oder schliesst. Man erkennt die Idee von Bourseul nicht - man bezeichnet ihn als Träumer sogar als "harmlosen Irren". Darauf gab Bourseul sein Pläne für die Umsetzung auf. Heute wissen wir, dass die Arbeiten von Charles Bourseul, nicht nur ansatzweise, ein richtiger Weg war.
1854 - Antonio Meucci
Der aus Italien stammendeTheatermechaniker Antonio Meucci erstellte für seine rheumakranke Frau 1854 eine Telefonverbindung zu ihrem Zimmer her. Meucci führt die Telefonverbindung 1860 öffentlich vor und beschrieb diese in einer New Yorker Zeitung. Seine Demonstration beein- druckte.
1871 erstellte er einen Patentantrag, konne jedoch die Patentkosten nicht aufbringen. Graham Bell kam im Besitz von Meuccis Material und Unterla- gen. 1874 forderte Meuccis seine Geräte zurück. Bell teilte Meuccis mit, dass er diese verloren habe.
Gramham Bell meldete "sein Telefon" 1876 zum Patent an. Meucci erkannte, dass das Patent von Bell sein Telefon betraf und versuchte dieses Patent anzufechten. Bell verweigerte Antonio Meucci eine finanzielle Entschädigung und wurde dabei gerichtlich gestützt. Antonio Meucci starb als verarmter Mann.
Die späte Würdigung von Antonio Meucci
Im Oktober 2001 würdigte das "House of Representives" des amerkanischen Kongresses die Leistungen von Antonio Meucci und erkennt seine Arbeiten und Entwicklungen in der Telefonie voll und ganz zu seinen Ehren an. Diese
Reputation von Antonio Meucci durch den amerikanischen Kongress stellt die Patente 1 und 2 von Alexander Graham Bell in Frage. Demnach wäre nicht Bell sondern Antonio Meucci bereits im Jahre 1854 der Erfinder des Telefons!
Johann Philip Reis (1834 - 1874)
Johann Philip Reis überzeugte das Referat von Charles Bourseul und er versuchte, die Idee in die Tat umzusetzen. Sein erstes Modell war ein aus Holz nachgebildetes menschliche Ohr. Reis stellte jedoch fest, dass ein Fasszapfen als Mund- stück, ein Stück Wursthaut als Membrane und ein kurzer Metalldraht aus Eisen, der sich in eine Spule bewegte, auch die Lautsprache übertragen konnte. Als Empfänger diente Reis ein Resonanz- körper aus Holz, der über eine Spule mit einem Eisendraht angeregt wurde und die Lautsprache in Schallwellen damit umwandeln konnte.
Die Apparatur von Johann Philp Reis von 1861
Links sehen wir ein Gehäuse mit einem Fasszapfen als Mikrofon. Rechts den Resonanzkörper aus Holz, der die Induktionsbewe- gungen der Spule zum Resonan- zkörper überträgt und damit die Lautsprache in Schallwellen um- wandelt. Die galvanischen Ele- mente sind die oberen zwei Zylinder, rechts davon ist der Einschalter. Die Übertragungsdistanz war etwa 100 Meter.
Reis starb im Jahre 1874 an einem Lungenleiden, bevor ein brauchbares Telefon Wirk- lichkeit geworden war. Im Prinzip war sein System zur Telefonie funktionsfähig.
Elisha Gray
1869 gründete Gray in Cleveland, Ohio, eine Elektrizitätsfirma, die später in Chicago mit derWestern Electric Company vereinigt wird.
Elisha Gray reichte am 14. Februar 1876 sein funktionsfähiges Telefonpatent ein.
Zwei Stunden früher, am gleichen Tag, wurde das Patent von Alexander Graham Bell eingereicht.
Bell erhielt jedoch den Vorzug. Es folgen jahrelange Patentprozesse. Elisha Gray und die Western Electric Company gelingt es dabei nicht, ihre Ansprüche gegen Bell durchzusetzen.
Die zwei wichtigsten Telefonpatente von Alexander Graham Bell
Das erste Telefonpatent von Alexander Graham Bell bezog sich auf eine Zeichnung mit der Idee einer Telefonfunktion und rechtliche Systemabsicherungen durch clevere Rechtsanwälte. Das zweite Telefonpatent vom 30. Januar 1877 war ein ausgereiftes Gerät mit Ideen von Antonio Meucci, Johann Philip Reis, Elisha Gray und eigene erforschte Kenntnisse.
Ohne Zweifel, Alexander Graham Bell eroberte damit die Welt, denn bis Ende 1877 standen in den USA 14'000 Telefone von Bell in Betrieb.
Weitere Erfindungen von Edison, Hughes und vielen anderen führten den weltweiten Siegeszug des Telefons an.
Alexander Graham Bell (1847 - 1922)
Heute wissen wir: Im Oktober 2001 würdigte das
"House of Representives"
des amerkanischen Kongresses die Leistungen von Antonio Meucci und erkennt seine Arbeiten und Entwicklungen in der Telefonie voll und ganz zu seinen Ehren an.
Eine Entntwicklungen von Alexander Graham Bell
Telefonhörer und Mikrofon als ein Gerät.
Eine erfolgreiche Erfindung von Bell.
Das drahtlose Medium der Hochfrequenzwellen
Heinrich Rudolf Hertz 1857 - 1894
Heinrich Rudolf Hertz war Professor für Physik ander Universität in Bonn. Hertz forschte und erwei- terte die elektromagnetische Theorie des Lichtes, welche bereits vom englischen Physiker Maxwell vorausgesagt waren. Hertz bewies in sein en Forschungsarbeiten, dass elektromagnetische Wellen sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen und parallele Eigenschaften zum Licht bestehen.
Seine Experimente und mathematischen Beweise führten später zur Entwicklung der drahtlosen Telegrafie, Telefonie, Radio- und Fernsehtechnik.
Der Dipolversuchsaufbau von Hertz
Die elektromagnetischen Wellen
1880 konnte Heinrich Rudolf Hertz zum ersten Mal elektromagnetische Wellen erzeugen und nachweisen.
Ein Dipol fürte zum Erfolg
Mit seinem Dipol - Versuchsaufbau erzeugte Hertz gedämpfte Hochfrequenz- Schwingungen von 100 MHz. Die linke Darstellung zeigt die elektrischen Feld- linien zu verschiedenen Zeitpunkten. Nach der Zeit t= T/2 muss das Feld am Dipol verschwinden und die Feldlinien lösen sich ab. Das elektrische Feld entfernt sich mit Lichtgeschwindigkeit. Hertz stellte fest, dass die abgestrahlte Energie das Verhalten von Licht haben muss.
Hertz wurde besonders geehrt
Er wurde von der Royal Society nach London eingeladen und von der Königin empfangen. Die Gesellschaften und Akademien der Wissenschaften Frankreichs, Italiens und Österreichs verliehen Hertz hohe Auszeichnungen. Die preussische Regierung ehrte ihn mit dem Kronen-Orden. Zu seinen Ehren bezeichnen wir heute die Frequenz mit (Hz) - abgeleitet von seinem Namen Hertz. Hertz starb 1894 nach schwerer Krankheit mit 36 Jahre kurz vor seinem Geburtstag. Den Erfolg seiner Forschungen und Arbeiten konnte er nicht mehr erleben.
Die Arbeiten von Heinrich Rudolf Hertz wurden durch Guiglielmo Marconi erfolgreich fortgeführt
Geboren am 25. April 1874 Grifon bei Bologna, gestorben am 20 Juli 1937 in Rom. Marconi war Pysiker, Elektro-Ingenieur und ein Entwicklungs- Ingenieur der drahtlosen Telekommunikation. Marconi gilt auch als einer der ersten Funkamature.
Guiglielmo Marconi war 24 Jahre und entdeckte 1896 die drahtlose Nachrichtentechnik. Seine vielfältigen Entwicklungen sind technische Meilensteine und reichen von der Marconi-Antenne über weitreichende Sender, elektrische Schaltkreise, unzählige Patente und erfolgreiche Geschäftsgründungen.
Schaltplan eines Löschfunkensenders Jahrgang 1905
Ein Empfangsapparat mit zwei Detektoren
Knallfunken- und Löschfunkensender
Marconi setzte für die drahtlose Telegrafie im Anfang (1896) den Knallfunken- und später (ca. 1905) den Löschfunkensender ein.
Kristalle als Detektor
Über eine feine Drahtspitze musste eine möglichst empfindliche Stelle auf dem Kristall gesucht werden.
Die Abstimmeinheit eines Löschfunkensenders hatte bereits eine hohe Betriebssicherheit. Der Sender erzeugte eine erheblich saubere ungedämpfte Resonazschwingung. Diese Technologie führte zur Amplitudenmodulation.
Der Detektor ein Gleichrichter der Hochfrequenz, damit wurde die Empfangstechnik grundlegend verändert und führte zu neuen zukunftsweisenden Technologien.
Guiglielmo Marconi
An Bord seiner Yacht "Elektra" war 1924 eine Versuchsstation für Sende- und Empfangsbetrieb eingebaut. Seine Versuche waren wegweisend für die heutige Nachrichtentechnik.
Die Guiglielmo Marconi Antenne
Diese Antenne wurde nach Marconi benannt und ist ein Viertelwellenstrahler, dessen Ergänzung zum Halbwellenstrahler zur Erde, Karosserie oder Schiffe gebildet wird. Dieser erfolgreiche Antennentyp eignet sich für den DX-Weitverkehr und wird heute noch angewendet.
Guglielmo Marconi (1874 – 1937)
Ein Pionier der Funktechnik, 1897 übertrug er telegrafische Nachrichten drahtlos – mit elektromagnetischen Wellen. 1909 erhielt Marconi dafür zusammen mit dem deutschen Physiker Karl Ferdinand Braun den Physik-Nobelpreis.
Drahtlose Signale
Im Alter von 24 Jahren hat der Italiener Guglielmo Marconi 1896 die drahtlose Telegrafie erfunden, die Öffentlichkeit hat auf diesen Erfolg begeistert reagiert. 1897 demonstriert Marconi daher seine wichtigsten Ergebnisse vor einem englischen Minister, der den Wert der neuen Technik sogleich erkennt. 1899 telegrafiert Marconi bereits über den Ärmelkanal. Marconi gelingt es als erster, eine Nachricht drahtlos über 3’600 Kilometer von Poldhu (Cornwall) nach Neufundland zu senden. Über den Sender in Poldhu wird von einer 50 Meter hohen Fächerantenne das Morsezeichen für den Buchstaben s (drei Punkte) telegrafisch ausgestrahlt und jenseits des Ozeans empfangen. Für die damalige Zeit eine grossartige Leistung.
Guglielmo Marconi benutze Knallfunken- und später Löschfunkensender
Der Knallfunkensender war im Prinzip ein Lichtbogen, der ein Kondensator auf eine hohe Spannung auflädt und über eine Funkenstrecke entladen wird. Parallel zur Funkenstrecke liegt ein Schwingkreis, der dann seine Energie der Antenne zuführt. Die Antenne strahlt nun elektromagnetische Wellen ab. Es können damit grosse Reichweiten überbrückt werden.
Was sagte Guglielmo Marconi zu seinen Leistungen
"Was mich am meisten beunruhigte war, dass die Idee so elementar, so einfach in ihrer Logik war", schrieb der Erfinder der drahtlosen Telegrafie später, "dass ich kaum glauben konnte, dass niemand daran gedacht hatte, die Idee in die Praxis umzusetzen. Mir selbst erschien die Idee sehr realistisch und deshalb bemerkte ich nicht, dass andere meine Theorie ziemlich phantastisch vorgekommen sein mag."
..... und weiter meinte Marconi
"Ich stelle weder Theorien noch Formeln auf. Ich erkenne, was man in der Praxis tun muss, und finde, Gott sei Dank, fast immer den richtigen Weg."
Marconi Koffer-Radiogerät (1928) mit Lautsprecher
Dieses Koffergerät, ein Geradeaus- Empfänger mit Batteriebetrieb, war mit drei Verstärkerröhren bestückt.
Die Zeit für das System Geradeaus- Empfänger wurde immer mehr vom System der Überlagerungs- Technologie bedrängt. Der private Verkauf von preislich teueren Geradeaus-Empfänger war 1928 schwierig.
Der Marconi Geradeaus-Empfänger geöffnet
Der preiswerte Detektorempfänger
Ein Detektorempfänger von 1918 - 1927
Schema des Detektorempfängers
Die ersten Radiogeräte für den Hausgebrauch
Waren Detektorempfänger und benötigte zur Funktion nur die Energie des Senders Der Empfang war schwach, und oft hörte man nur ein Knattern und Quietschen.
Der private Radioempfang wurde im Anfang als Liebhabereien abgetan und für nicht ernst genommen.
Weihnachtskonzert 1920 im Radio
1920 ging in Deutschland ein Weihnachtskonzert auf Sendung, musikalische Postbeamten sangen einen Choral.
Immer mehr begeisterten der drahtlose “Radioempfang“ die breite Öffentlichkeit.
Das neue Medium, noch kurz vorher belächelt, war plötzlich akzeptiert.
Ein Geradeausempfänger für den privaten Radioempfang
Erfüllte zwar höhere Anforderungen war preislich für das gezeigte Gerät noch zu hoch.
Der Geradeausempfänger als aktives Gerät verbesserte den Radioempfang
Der "Detektor" war ein passives Empfangsgerät, die Leistung zum Betrieb lieferte der Sender in Form seiner Abstrahlleistung "gratis" mit. Natürlich war der passive Detektor-Empfang mässig bis unbrauchbar. Die Röhren-Entwicklung als Verstärkerelement kam daher zur rechten Zeit. Unzählige Röhrenschaltungen entstanden. Erwähnenswert war die Röhrentriode als NF-Verstärker, welche gleichzeitig als HF-Reflexschaltung (1927) diente. Es entstand ein Rückkopplungsbetrieb, der den Eingangsschwingkreis entdämpft und damit die HF-Verstärkung erhöht.
Die Radiotechnik wird anspruchsvoller - mehrere Stadionen werden empfangen.
Das Antenneneingangssignal wurde über einen Serienresonanzkreis der Sekundärspule zugeführt und bildete mit den Drehkondensator C2 den Resonanzkreis für die Eingangsfrequenz. Über ein Audionglied (R+C) gelangte das HF-Signal zum Steuergitter der Röhre (V). Anodenseitig erfolgte die HF-Rückkopplung zur Induktivität (H3) und ent-dämpfte damit den Eingangsresonanzkreis.
Schema eines Geradeausempfängers in Reflexschaltung
Die Grösse der Entdämpfung erfolgte einmal durch den Spulenabstand und gleichzeitig durch die veränderliche Röhrenverstärkung mittels dem Potentiometer (R4). Gleichzeitig erfolgte über das Audionglied (R1, C3) und Gittergleichrichtung der Röhre (V) die Amplitudendemodulation. Der Kondensator (C4) schloss die HF-Restspannung kurz. Der Kopfhörer wurde an (T) angeschlossen.
Die Röhre als I’c bereits 1928.
Widerstände und Kondensatoren sind in der Röhre eingebaut. Der Eingangsschwingkreis und der Lautsprecher wurden von aussen angeschlossen.
Eine Sensation von 1928
Die Audiongleichrichtung und 3-stufige Verstärkung erfolgte mit der 3 fach-Röhre.
Das Empfangsgerät - OE 333 - ein Radiogerät von 1928 war bereits ein Massenprodukt und erfüllte auch in preislicher Sicht die Anforderungen.
Von diesem Radiogerät wurden rund 1 Millionen Stück verkauft. Technisch war es ein Batterieempfänger nach dem Geradeausprinzip ohne Rückkopplung. Es konnte Frequenzen vom Langwellen- bis zum unteren Kurzwellenband empfangen werden. Dazu wurden die beiden Spulen gegen andere ausgetauscht. Die Abstimmung erfolgte mit dem Drehkondensator auf der rechten Seite. Die Lautstärke konnte durch Verändern der Antennenkopplung (Wegschwenken der Spule) eingestellt werden. Die Audiongleichrichtung und 3-stufige Verstärkung erfolgte mit der 3 NF-Röhre, die als Widerstandsverstärkung ausgebildet war. Das Radiogerät hatte eine Röhre in der gleichzeitig Widerstände und Kondensatoren eingebaut waren, somit war der Empfänger auch das erste Geräte in integrierter Schaltungstechnik (I’c). Die Wieder-gabe erfolgte über Kopfhörer oder Trichterlautsprecher.
Ab etwa 1927 lief in USA "Auto-Radio-Produktion" an
Auf der Beifahrerseite ist ein Röhrenradio eingebaut. Das Radiosystem war ein Geradeausempfänger.
Die Technik hatte ihre Grenzen
Die grosse Bauform und die Stromversorgung waren die damaligen Hauptprobleme. Im Anfang wurde zwar der Heizstrom der Röhren aus der Autobatterie entnommen und der Anodenstrom aus Trockenbatterien bezogen. Später folgte eine motorische Spannungsumwandlung von Gleich- zu Wechselspannung. Diese wurde ersetzt durch ein Zerhackernetzteil, das die niedrige 6 V Bordgleichspannung in eine Wechselspannung umwandelte und transformierte.
Der Empfangsbereich der Autoradiogeräte 1928
Die Radiostationen wurden im Lang- und Mittelwellenbereich empfangen. Das Autoradio war ein Geradeausempfänger und relativ unempfindlich, demnach war die Installation der Autoantennen aufwendig.
Die Darstellung zeigt eine Autoantennen vor 80 Jahren
Autoradioantennen 1928
Die damaligen HF-Empfangsgeräte waren unempfindlich. Die Folge war ein höherer Antennenaufwand auf den Dächern der Autos.
Ein Telefunken-Audion-Radiogerät mit Rückkoppelung (1928)
Das Gehäuse war nicht mehr aus Holz, sondern aus Bakelit und verbilligten damit die Herstellungskosten.
Die Schwingkreis- Entdämpfung
Durch die Rückkoppelung wurde der HF-Eingangskreis entdämpft.
Das Radiogerät wurde hochfrequenzmässig empfindlicher, der Empfang verbesserte sich erheblich.
Das Schema eines Radiogerätes mit Rückkoppelung von 1928
Das AM-Superheterodyn-Radiogerät oder der Überlagerungsempfänger
Der Superheterodyn-Empfänger, aber auch als Superhet- oder Überlagerungsempfänger bezeichnet, wird zur Verarbeitung von hochfrequenten elektromagnetischen Signale eingesetzt. Durch die Überlagerung wird die Filterung, selektive Aufbereitung und die erforderliche Verstärkung erleichtert.
Die Erfindung
Die Entwicklung resp. Erfindung des Superheterodyn-Empfängers ist wahrscheinlich an verschiedenen Orten parallel gelaufen.
Edwin Amstrong wird allgemein als Erfinder des "Super-Heterodyne Receiver" bezeichnet, für den er 1918 ein Patent erhalten hat. Das U.S.-Patent Nr. 1.324.885 bezeichnet das Verfahren und das Überlagerungsprinzip.
Fast gleichzeitig erhielt Lucien Lévy (1918) in Frankreich und Walter Schottky (1918) in Deutschland ein Patent für das gleiche Prinzip der Überlagerung.
Die Produktion
Die Firma RCA verkaufte in USA, von 1924 bis 1927, über 140'000 kommerziell gebauten Superhets vom Typ Radiola AR-812.
Edwin Amstrong
Anlässlich einer Austellung zeigte Edwin Amstrong seine patentierte Erfindung eines Superheterodyn-Empfängers. Seine Erfindung führte zum Typ Radiola AR-812, dass von der Firma RCA mehr als 140'000 Stck. gebaut wurde.
Das Radiola AR-812 offen.
Der korrekte Aufbau für das Jahr 1924 ist bemerkenswert.
Bedienungselemente vom Radiola AR-812
Weitere Spezifikationen
A = Heizstromeinstellung B = Senderanzeige Vorselektion C = Sendereinstellung Vorselektion D = Ein / Ausschalter Verstärker E = Ein / Ausschalter Heizung F = Lautsprecherbuchse G = Sendereinstellung Abstimmoszillator H = Senderanzeige Abstimmoszillator I = Lautstärkeeinstellung K = Verschluss Bedienungsfeld L = Batteriefächer
Hersteller = RCA (General Electric) Jahrgang = ab Februar 1924 Preis $ = 220 bis 270 $ System = AM-Superhet ZF-Frequenz = 45 kHz Frequenzbereich = 550 - 1350 kHz Röhren = 6 Stück Trioden UF-199 Antenne 1 = Rahmenantenne intern Antenne 2 = externe Antenne Masse = B 890 x T 280 x H 280 mm Spannung = 6 x 1.5 Volt Batterie für Röhrenheizung Betriebs- spannung = 4 x 22.5 Volt Batterie für die Anodenspannung
Das Prinzip eines Superheterodyn-Empfängers
Position 1 Das Antennensignal, eine elektromagnetische Feldstärke, wird der Hochfrequenzstufe (2) zugeführt.
Position 2 Durch die Vorselektion der Hochfrequenz-Vorstufe (2) erfolgt die sogenannte "weitab" Selektion.
Position 3 Das vorselektierte HF-Signal gelangt zur Mischstufe (3) und wird dort mit dem Signal der abstimmbaren fo=Oszillatorfrequenz (4) gemischt. Durch das Mischen der Eingangsfrequenz mit der Oszillatorfrequenz in der Mischstufe wird durch "Überlagerung" eine Reihe neuer Frequenzen erzeugt.
Position 4 Der Oszillator ein abstimmbarer, elektronischer Schwingungserzeuger erzeugt ein Hochfrequenz. Dieses Hochfrequenzsignal des Oszillators wird mit dem Hochfreqeunzsignal des Eingangssignals in der Mischstufe (3) gemischt.
Position 5 Am Ausgang der Mischstufe (3) sind neben den zugeführten Frequenzen unter anderem auch die Summe und die Differenz der Eingangs- und der Oszillatorfrequenz enthalten. Das Differenzsignal ist jenes Signal, das nun durch den Zwischenfrequenz-Verstärker (5) herausgefiltert wird. In Spezialfällen werden auch andere Differenzfrequenzen herausgefiltert.
Position 6 Nach dem Zwischenfrequenz-Verstärker (5) folgt der Demodulator (6). Dieser demoduliert oder gleichrichtet das hochfrequente Differenzsignal vom ZF-Verstärker (5). Nach der Demodulation erhalten wir das Niederfrequenzsignal (NF), das ursprüngliche Nutzsignal.
Position 7 Die Niederfrequenz, welche vom Demodulator erzeugt wurde, wird nun im NF-Vorverstärker (7) spannungsmässig verstärkt.
Position 8 Im NF-Endverstärker (8) erfolgt die Leistungsverstärkung.
Position 9 Der Lautsprecher (9) wird vom NF-Leistungsverstärker angesteuert und wandelt die elektrische Energie in Schallwellen um.
Die Erfindung der "Überlagerung" von Edwin Amstrong ist grenzenlos zukunftsweisend
Der Anwendungsbereich - einige Beispiele:
Radiogeräte Fernsehgeräte Satellitentechnik LNC / LNB Sende- und Empfangsgeräte Funksprechgeräte Mobiltelefon NATEL und DECT Basisstationen Relais usw. usw.
Das Konzept der Überlagerung von "Edwin Amstrong" ist bis heute hoch aktuell
Das Konzept der Überlagerung ist nach Jahrzehnten noch ein so geniales und universelles Verfahren, das es auch heute in analogen und digitalen Empfangs- und Sendeanlagen vorteilhaft eingesetzt wird. Neben der hier geschilderten Einfachüberlagerung werden Doppel-, Dreifach- bis zu Vierfachüberlagerung angewendet.
Im Moment bereiten wir die Inhalte für diesen Bereich vor. Um Sie auf gewohntem Niveau informieren zu können, werden wir noch ein wenig Zeit benötigen. Bitte schauen Sie daher bei einem späteren Besuch noch einmal auf dieser Seite vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse!