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Ingenieurbüro IFAC - Bruggwaldstrasse 62 B - CH 9008 St. Gallen

Paul Nipkow und sein Patent vom 6. Januar 1884


Die mechanische Zerlegung der Bildzeilen mit rotierenden "Nipkow"-Scheiben wurde beim Patenamt in Berlin, am 6. Januar 1884, von Paul Nipkow zum Patent angemeldet.
  
Paul Nipkow nutzte die Trägheit vom Auge, zur elektrischen Übertragung von unbewegten
und bewegten Bildern, dazu aus.
           
                 Paul Nipkow           Nipkow-Scheibe-Patent 1884
    Die mechanische Fernsehbildübertragung “System Nipkow“
            

Die Bildübertragung durch Bild-Zerlegung wurde 1884 von Paul Nipkow erkannt


Noch vor der Entdeckung der elektromagnetische Wellen (Heinrich Hertz 1887) machte der Ingenieur Paul Nipkow 1884 einen Vorschlag zur Bildübertragung, der seiner Zeit weit vorauseilte, und das Prinzip der Fernsehübertragung präzise beschrieb. Da im Gegensatz zum Ton ein Bild als Ganzes nicht übertragen werden kann, muss es z.B. in einzelne Punkte zerlegt, zeilenweise abgetastet und in aufeinander folgende Stromimpulse, die nach Helligkeit der Bildpunkte variieren, umgewandelt werden.

Das Nipkow-Prinzip    1929 Fernsehgerät der Firma Telehor
    Der Sender      Der Empfänger
                                                
 
Die Bildgrösse von 4 cm x 4 cm
schmälerte die Begeisterung für
das "Fernsehen" nicht.
                                                   
Das 1929 entwickelte Fernsehgerät "Telehor"

von Dénes v. Milhàly hatte die Nipkowscheibe.

Die Bildgrösse war nur 4 cm x 4 cm.
 
Der Telehor-Empfänger wurde 1929 an der Funkausstellung in Berlin vorgestellt.


Die Funkausstellung von 1929 war der "Steigbügelhalter" für das Fernsehen


Anlässlich der Funkaustellung von 1929 stand das Fernsehen ganz im Mittelpunkt. Das Publikum war von der neuen Technologie "Television" begeistert. Die bescheidene Bildqualität förderte nur die weitere Entwicklung.

Der „Grosse Fernseher“ von 1924 nach August Karolus förderte die Nipkow-Scheibe!
Nipkow-Scheibe, Aufbau August Karolus

Die ersten Fernsehübertragungen wurden mechanisch-optisch über eine Nipkow-Scheibe (Patent Nipkow 1884) ausgeführt. August Karolus erstellte 1924 nach diesem Verfahren sein “Grosser Fernseher“ vor. Es waren die Vorarbeiten zur Funkausstellung in Berlin für das Jahr 1929


Fernsehbaukasten von 1929 (System Nipkow)

Die Fernsehbegeisterung war grenzenlos
Die junge Fernsehindustrie zeigte während der Funkausstellung 1929 Einzelteile zum Selbstbau einer
“Fernsehübertragung“. Ein Jahr
später kam sogar ein kompletter
Bausatz für Fernseher, sowohl nach
der deutschen als auch nach der
englischer Norm, auf den Markt.
Plötzlich überschlugen sich die
Angebote der vorwärts drängenden
Industrie - jede Firma hatte das
bessere und das zukunftssichere
System im Angebot.


Nipkow-Television - Frankreich 1929


Nipkow - Baird Televisor -  England 1930

Nipkow-Television - USA 1929
              
Nipkow - Pioneer TM3 - Russland 1934



Die mechanische Bildübertragung nach dem System Lazare Weiller


Eine sagenhafte Verbesserung hinsichtlich der Lichtausbeute gegenüber der "Nipkow-Scheibe" brachte das "Weiller’sche Spiegelrad" eine Erfindung aus dem Jahr 1889. Diese Erfindung war aber erst ab 1929 einsetzbar.


Die Erfindung Lazare Weiller

Weiller (französicher Erfinder und Fabrikant) benutzte einzelne Spiegel, die auf der so genannten Lauffläche eines Rades montiert waren. Jeder Spiegel wiederum hatte gegenüber dem vorgehenden Spiegel eine stärkere Neigung.

System Weiller
Spiegelrad-Fernsehempfänger 1929
 

Lazare Weiller entwickelte das Spiegelrad bereits 1889. 

Dieses wurde erfolgreich ab 1935 für die Grossprojektion eingesetzt!

Sender "System Weiller"          Empfänger "System Weiller"

Die Fernseh - Grossprojektion aus dem Jahre 1935 (System Weiller)
 

Bereits 1935 ermöglichte die Lichtleistung
des Weillers Spiegelrades den Einsatz
von 3m x 5m Grossprojektionen. 

Als Lichtquelle wurden Kohlestäbe
eingesetzt, welche einen Lichtbogen
erzeugten.

Die Helligkeit war erstaunlich hoch.

Versuchsweise wurde mit einer Zeilenzahl
von 441 sehr erfolgreich gearbeitet.




Die ewig junge Erfindung von Lazare Weiller - ist eine nachhaltige Innovation!

Eine Nachhaltigkeit bis heute!


Über ein rotierendes Spiegelrad wird ein Laserstrahl auf ein Strichcode projiziert. Ein Fotoelement liest den Hell-Dunkel-Kontrast des Strichcodes und gibt die Daten zur elektronischen Verarbeitung weiter. Strichcodelaser werden bevorzugt zur Logistik-Steuerung und zum Ablesen von Strichcode-Daten an Registrierkassen vieler Unternehmungen, Kaufhäusern usw.

Zürich Airport oder sonst wo auf der Welt, hier wie auf anderen Flughäfen wiederholt sich derselbe Ablauf beim Einschecken.  Ein Barcode-Aufkleber auf unzähligen Koffern werden nach Zielflughäfen sortiert. Auch hier sorgt eine Innovation “die Erfindung von Weiller“ für Ordnung, die bereits über 100 Jahre “jung“ ist.

Der Beginn der elektronischen Fernsehübertragung - war das Ende der Nipkow-Scheibe

Die Braunsche Röhre (Kathodenstrahlröhre, Bildröhre) war eine Erfindung von Karl Ferdinand Braun und die Grundlage jedes Fernsehgeräts. Mit Brauns Erfindung von 1897 konnten Wechselströme sichtbar gemacht werden. Ihr Magnetfeld lenkt einen durch die Röhre fliessenden Elektronenstrahl ab, der auf einen fluoreszierenden Glimmerplatte eine Leuchtspur erzeugte.
Karl Ferdinand BraunDie Kathodenstrahlröhre - Erfindung von K.F. Braun 1897
                                              
Die Erfindung von Braun war die Grundlage der elektronischen
Bildabtastung.

Braun entwickelte die elektronische Abtastung der Bildröhre und Zworykin entwickelte die elektronische
Abtastung der Kameraröhre. Ab 1929 enstand aus beiden
Systemen die zukunftsweisende Fernsehtechnik.


Schnelle elektronische Ablenkung ermöglichte die Übertragung schneller Abläufe

Die Braunsche Röhre war die Basis unzähliger Weiterentwicklungen. Diese führte zur Bildröhre und auf Umwegen zur elektronischen Abtastung von Filme und Standbilder. Der Physiker und russischer Fernsehpionier Vladimier Kosmar Zworykin (1889 – 1982) entwickelte 1923 das Ikonoskop, eine elektronische Bildzerleger-Röhre für Fernsehkameras und somit die erste elektronische Kameraröhre. Es war der eigentliche Beginn moderner Aufnahmetechnik. Zworykin wird auch als “Vater“ des elektronischen Fernsehens bezeichnet.


Vladimier Kosmar Zworykin
geboren am 30.7.1889
in Murom, Russland
gestorben am 20.7.1982
in Princeton-New Jersey, USA
Original Ikonoskop von Zworykin                  

Die erste Kameraröhre mit horizontalen- und vertikalen Ablenkspulen.

Die Ikonoskopkamera von Zworykin
Die Ikonoskop-Kamera

Vladimier Kosmar Zworykin erfindet 1923 einen
elektronischen Bildabtaster, ein Verfahren ohne
rotierende Scheibe. Hierbei wird das Bild von
einer fotosensiblen Speicherplatte mit dem
Elektronenstrahl einer Röhre abgetastet.

Je nach photoelektrischer Ladung auf der Patte
ändert sich auch der Spannungswert. Verglichen
mit dem Nipkow-System waren die Ikonoskope
erheblich lichtempflindlicher und ermöglichten
einwandfreie Tageslichtaufnahmen von hoher
Qualität.

Was die Braunsche-Röhre auf der Wiedergabeseite
revolutionierte, leistet das Ikonoskop auf der
Aufnahmeseite. Gemeinsam lösten sie das
mechanische Fernsehen ab.
Ikonoskop-Kamera bei den olympischen Spielen 1937 in Berlin, für Vladimier Kosmar Zworykin ein grosser Erfolg.Das Ikonoskop als Aufnahmeröhre, welche in der Kamera von 1937
in Berlin eingebaut war.
            Der schematische Röhrenaufbau "Ikonoskop" und Elektronenbezeichnung  
           

Manfred von Ardenne entwickelte Fernsehgeräte, Rastermikroskope, Breitbandverstärker, Spezialgeräte für Lungendiagnostik und unzählige weitere elektronische Systeme.
Manfred von Ardenne (1907 - 1997)
entwickelte 1931 das erste Fernsehgerät
mit elektronischer Abtastung.
Das erste Fernsehgerät mit elektronischer Abtastungentstand 1931. Die Firma Loewe-Opta baute dieses Fernsehgerät nach dem System Manfred von Ardenne zur Funkausstellung von 1931. 
Manfred von Ardenne war so aktiv, dass
seine Leistungen 1931 auf der Titelseite
der"The New York Times" gewürdigt wurden.

Bereits mit 16 Jahren erhielt Ardenne
seine erstes Paten für ein elektronisches
Telefon-Filter zur Sprachverbesserung.
600 weitere Patente sollten im Verlauf
seines langen undschaffensreichen Lebens
folgen.

1937 entwickelte Ardenne ein
Elektronenmikroskop für höchste Auflösung
und weckte damit das Interesse anderer
Forschungslabors.

Die Firma Loewe-Opta nutze das System "Ardenne" für weitere Fernsehentwicklungen
Für den Heimempfang
entstand 1933 das erste elektronische Fersehgerät zur Funkausstellung in
Berlin.
Der Heimempfänger von der 
Rückseite aus gesehen.
 Das Fernsehgerät von 1933 war servicefrreundlich
aufgebaut. Der logischewurde demonstriert.

Die "Trilogie" entwickelte die Firma Loewe Opta 1938

Die Firma Loewe-Opta stellte die Kombination 1938
im Mittelpunkt der Information. Das erste audiovisuelle Zentrum beinhaltete 1938:

> das Fernsehgerät im Mittelpunkt oben,
> das Radiogerät rechte Seite,
> der NF-Verstärker links daneben,
> der Lautsprecher auf der linken Seite
> den Plattenspieler resp. das Grammophon unten 



                               

Der Fernseh-Empfänger E 1 wurde 1938 von fünf Firmen entwickelt
                                               
                                 
  Das Fersehgerät E1 der Fernseh AG
 
                    Die fünf Firmen:

                         Blaupunkt
                 Radio AG D.S.Loewe
                         Lorenz AG
                            TeKaDe
                    Telefunken GmbH
   
             Die Bild- und Tonqualität war erstaunlich gut
     
Der Fernseh-Empfänger 1939 E 1 - seitlich

Der Fernseh-Empfänger 1939 E 1 - von oben

Das Schaltbild vom Fernsehempfänger 1939 - E 1
          
          Die Baustufen:

          HF-Vorstufe Mischstufe Oszllator  Bild-ZF -
          Bild-Demodulator - Bild-Verstärker - BildröhreTon-ZF -          Ton-Demodulator - NF-Verstärker - Amplitudensieb -          Zeilenendstufe - Ablenkung
          

Netzteil, vertikale- und horizontale - Ablenkung
                                                                            
Technische Daten vom Fernsehgerät E 1 / 1939

Empfangsprinzip:       Superheterodyn
Empfangsfrequenz:    UKW-Bereich
                                40 und 50 MHz
Kanalwechsel:           Austausch Tuner
HF-Eingang-
sempfindlichkreit:      200 uV / 46dBuV ( ! )

Leistungsaufnahme:  185 Watt / 220V (alte Spannung)
Spannungswahl:        110/125/150/
                                220/240 Volt / AC

Prinzipaufbau:           HF-Vorstufe 
                                HF-Mischstufe
                                HF-Oszillator
                                Bild-ZF-Verstärker
                                8.4 MHz
                                Bildgleichrichter
                                Bild-Vorstufe
                                Banbreite 2 MHz
                                Ton-ZF-Verstärker
                                5.6 MHz
                                Ton-Gleichrichter
                                NF-Endverstärker

Synchronimpulse 
Amplitudensieb:        50 Hz Vertikalablenkung
                                2 x 25 Halbbilder/ s 
                                Zeilensprungverfahren
                                441 Zeilen mit Vor-/Nachimpulse
                                Zeilenfrequenz 11,025 kHz

Bildröhre:                  Rechteck / Flachbildschirm
Bildröhre:                  Grösse 19.5 x 22.5 cm
Ansteuerung:            Wehneltzylinder 30 Vss
Anodenspannung:      6000 Volt
Ablenkung:                magnetisch, vertikal/horizontal
Bild-Schärfe:              magnetisch

Bedienung:                Netzeinschalter
                                 Lautstärke
                                Tonblende / Tonfarbe, einstellbar
Betrieb:                     Bild und Ton, aber auch nur Ton

Abmessungen:           Breite  65 cm
                                Höhe   37 cm
                                Tiefe   38 cm
Gewich:                    etwa 33 kg
         


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